Chronische Schmerzen? Eine Neuraltherapie kann helfen

Die Neuraltherapie  ist im wortwörtlichen Sinne eine Therapie, die ihre Wirkung über das Nervensystem entfaltet. Das heißt, dass alle Lebensvorgänge, einschließlich Krankheit und Heilung, primär neural (nervlich) bedingt sind. Ansatzpunkt der Therapierichtung ist die vegetative Gesamtumschaltung und deren Stabilisisierung. Eine Störung dieses Systems, durch Übersäuerung des Gewebes, Vernarbung, tote Zähne usw. kann Schmerzen z. B. an Hüfte, Schulter, Kniegelenk oder andere  Krankheiten (Magengeschwüre, eine Gallenkolik oder einen Migräneanfall) auslösen.

Ausgangspunkt dieser Therapieform ist die Annahme, dass örtlich begrenzte Reizzustände, auch Störfelder genannt, Nervenbahnen so reizen können, dass sie auch in entfernten Körperregionen chronische Beschwerden auslösen können. Zum Störfeld kann dabei jede krankhaft veränderte Stelle des Körpers und jedes krankhaft veränderte Organ werden. Das Störfeld verursacht eine permanente Reizung – das bedeutet Dauerstress für den Körper. Dieser wiederum stört seine eigenen Regulationsmechanismen und führt zu einer „Regulationsstarre“. Diese Starre wird durch die Neuraltherapie mit Hilfe eines injizierten Lokalanästhetikums unterbrochen - der auslösende Herd kann sich wieder an das gesamtkörperliche Geschehen anpassen.

Ein Störfeld kann lange Zeit bestehen und erst nach Jahren Beschwerden verursachen. Deshalb ist eine genaue Befunderhebung wichtig. Störfelder finden sich häufig an Narbenverläufen, im Zahn- und Kieferbereich oder an den Mandeln.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Therapeut ist zum Aufspüren von Störfeldern sehr wichtig. Bei manchen Patienten reicht schon eine Behandlung aus, um die Beschwerden verschwinden zu lassen (Sekundenphänomen). In den meisten Fällen sind jedoch zwischen fünf und zehn Behandlungen notwendig, um einen dauerhaften Therapieerfolg zu erzielen.

Durch umfangreiche Vorbehandlungen mit Cortison, Sulfonamiden, Antibiotika und Cytostatika kann sich der Patient in einer Regulationsstrarre befinden, die es erschwert eine Heilung einzuleiten. Hier ist eine länge Behandlungsdauer einzuplanen, da das Gewebe erst wieder reaktionsfähig gemacht werden muss, um auch die körpereigenen Selbstheilungskräfte mit in den Therapieprozess einzubeziehen.

Mehr über die Details der Neuraltherapie lesen Sie hier.

Alle Schmerzzustände sind einen Versuch wert
Entdeckt wurde die Neuraltherapie von Ferdinand Huneke. Der Arzt entdeckte 1925, dass die Injektion eines lokalanästhetischen  - also örtlich betäubend wirkenden - Mittels nicht nur ein begrenztes Gewebegebiet vorübergehend schmerzunempfindlich machen, sondern Schmerzen dauerhaft heilen kann. Im Zuge weiterer Studien gemeinsam mit seinem Bruder entdeckte er, dass die schmerzlindernde Wirkung des Mittels nicht über den Blutweg, sondern über das viel schneller leitende vegetative (unbewusste) Nervensystem erfolgte. Das erklärte auch die schnelle Wirkung nach der Injektion - in einigen Fällen schon innerhalb von wenigen Sekunden, was deshalb als „Sekundenphänomen“ bezeichnet wird.

 

Die drei Thesen der Entdecker
Ihre Erkenntnisse fassten die Brüder Huneke in den folgenden Thesen zusammen:

  • Jede chronische Krankheit kann störfeldbedingt sein, bis auf wenige    
  • Ausnahmen, die noch beschrieben werden.
  • Jede Stelle des Körpers kann zum Störfeld werden.
  • Die Procaininjektion an das schuldige Störfeld heilt die störfeldbedingten Krankheiten, soweit das anatomisch noch möglich ist, über das Sekunden-Phänomen.

Man schätzt, daß 30 Prozent aller als unheilbar geltenden chronischen Krankheiten störfeldbedingt sind. Ein Behandlungsversuch bringt Klarheit. Die Schwierigkeit ist das Auffinden des Störfeldes. Manchmal müssen Patient und Therapeut Detektivarbeit leisten, um zum Beispiel Narben zu finden, die vor langer Zeit entstanden sind und keine Beschwerden verursachen. Trotzdem können sie die schlimmsten Krankheiten  auslösen.

Neueste Forschungen beweisen, wie Procain wirkt. Die normale Zelle hat ein Strompotential von 90 Millivolt, sie ist eine winzige Kalium-Batterie. Unter Störfeldeinfluss sinkt dieses Strompotential auf 10- 0 Millivolt. Eine Procaininjektion bewirkt für 20 Minuten eine Steigerung des Strompotentials auf 290 Millivolt, um sich dann auf 90 Millivolt ein­ zupendeln. Die Zelle hat wieder ein normales Lebensmilieu.

So wirkt die Neuraltherapie
Generell hat das Procain folgende pharmakologische Wirkung:

  • Es wirkt auf das vegetative  Nervensystem  ein, bei Übererregung dämpfend,  bei Unterfunktion anregend - also normalisierend.
  • Es wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und krampfmildernd.
  • Es wirkt gefäßabdichtend und gefäßerweiternd und ist damit ein gutes Therapeutikum für Herz und Kreislauf.
  • Es stabilisiert das Nervensystem, setzt die Reizschwelle herauf und sorgt damit für "ein dickeres Fell".
  • Es regt die Harnausscheidung an und-normalisiert den Hormon- und Stoffwechsel­ Haushalt.
  • Da es direkt Einfluss nimmt auf die Lebensfunktionen der Zellen, verbessert es das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen.

 

Was lässt sich mit der Neuraltherapie heilen?
Man kann sagen, dass alle Schmerzzustände und alle chronischen Krankheiten, vor allem die bislang therapieresistenten, einen Behandlungsversuch wert sind. Die Einsatzmöglichkeiten sind also sehr groß. Alles was regulierbar ist und nicht zerstört, kann behandelt werden. Bei bestimmten Krankheiten hilft die Neuraltherapie allerdings nicht, wie etwa bei einer weit fortgeschrittene Leberzirrhose, einer Schrumpfniere im Endstadium, bei Multiple  Sklerose,  Muskelschwund nach  Kinderlähmung, Lähmungen nach Schlaganfall, Erbkrankheiten, Tuberkulose, Geisteskrankheiten und Krebserkrankungen.

Die Behandlungsmethode
Vor Behandlungsbeginn steht eine ausführliche Bestandsaufnahme: persönliche Krankengeschichte, Vorerkrankungen, genaue Lokalisation des Schmerzes, Überempfindlichkeiten, bestehende Allergien, Operationen, schlecht geheilte Wunden und vieles andere mehr werden abgeklärt. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung wird auf Narben, Verhärtungen des Gewebes oder der Muskeln sowie auf den Zustand der Haut und andere Symptome geachtet.

Die Behandlung besteht aus der Injektion von geringprozentigen Procain- oder Lidocainlösungen zur Bildung von Quaddeln unter die Oberhaut (intrakutan). Die Spritze kann direkt in den Beschwerdeort oder das Störfeld gesetzt werden oder auch in das mit dem erkrankten Organ korrespondierende Hautareal, beziehungsweise in und um Nervenaustrittspunkte. Viele homöopathische Kombinationspräparate ermöglichen es, die Injektion und Einspritzung auch in Bereichen vorzunehmen, die der Heilpraktiker mit Procain oder Lidocain nicht mehr erreichen kann. In einigen Fällen reicht bereits eine einzige Behandlung aus, häufig sind jedoch fünf bis zehn Behandlungen sinnvoll, um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen.

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